„Social Media-Knigge“: Anstandsregeln für soziale Netzwerke

Was gibt es in dem riesigen digitalen Kommunikationsraum der sozialen Medien zu beachten? Wie verhalte ich mich richtig? Und welche Benimmregeln gelten hier für die Kommunikation?

[© Pixabay]

– von Romy Göhner

Unter den 7,7 Milliarden Menschen (*1), die auf der Erde leben, gibt es insgesamt 3,81 Milliarden (*2) aktive Social-Media-Nutzer. Somit sind über die Hälfte aller Menschen weltweit in sozialen Netzwerken unterwegs und das durchschnittlich 2h und 16 Min am Tag (*3). Dieses riesige Netzwerk bietet absoluten Freiraum in puncto Kontaktaufnahme und zwischenmenschlichem Austausch. Doch auch wenn die digitale Kommunikation hinter einem Social-Media-Profil meist ungezwungen und ungebunden erscheint, muss man sich drüber im Klaren sein, dass das Internet weder gedankenlose Kommentare noch wütende Nachrichten vergisst. Wie auch in der realen Welt, gibt es einige Anstandsregeln und Kommunikationstipps auf die man achten sollte, um sich respektvoll und höflich in der virtuellen Welt zu präsentieren.

1. Nur bei sozialen Netzwerken anmelden, die man tatsächlich nutzen will (*4)

Soziale Netzwerke leben von sozialem Engagement. Wenn von Ihnen nur ein lebloses und offensichtlich unbenutztes Profil zu finden ist, macht das keinen guten Eindruck. Natürlich heißt das nicht, dass Sie all Ihre Zeit einer Plattform widmen müssen, doch ein gepflegtes Profil gehört zum guten Erscheinungsbild.

2. Nicht jede Kontaktanfrage ins Netzwerk aufnehmen

Grundsätzlich gilt, dass Sie nicht wahllos Kontakte anfragen und gleichzeitig auch nicht unüberlegt unbekannte Kontaktanfragen annehmen sollten. Es ist völlig legitim und auch nicht unhöflich eine Kontaktanfrage abzulehnen, wenn Sie diese Person entweder überhaupt nicht kennen oder sich nicht erklären können, warum Sie angefragt wurden. Falls Sie hier unsicher sind, können Sie über eine nette Direktnachricht erklären, warum Sie die Anfrage ablehnen möchten.

3. „Der gute Ton“ gehört auch online dazu

Gerade bei öffentlichen Beiträgen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass sehr viele Menschen Ihre Kommentare lesen und verbreiten können. Egal ob ihr Profil zugänglich oder privat ist – mit den meisten Äußerungen im Netz steht man in einer mehr oder weniger großen Öffentlichkeit. Bewahren Sie deshalb stets einen höflichen Umgangston. Unangemessene Nachrichten kommen nie gut an. Und wie wir wissen: „Der Ton macht die Musik“. Dieses Sprichwort gilt sowohl offline als auch online.

4. Erst denken, dann klicken

Im Internet ist grundsätzlich nichts komplett privat. Egal ob Bilder, Posts, Likes, Kommentare oder das Teilen von anderen Beiträgen – diese Informationen bleiben im Netz bestehen. Daher sollten Sie bei Ihren Social-Media-Aktivitäten wohl überlegt vorgehen. Als kleine Gedankenhilfe dienen die folgenden beiden Fragen:

  • Wäre es ein Problem, wenn mein Chef diesen Inhalt sieht oder liest?
  • Ist es in Ordnung, wenn diese Information noch zwei Jahre im Netz bleiben würde?

Solange beide Fragen mit JA beantwortet werden, können Sie sich problemlos durch die sozialen Netzwerke klicken.

5. Berufliche und private Netzwerke sollten Sie trennen

In Ihren privaten Profilen legen Sie Wert auf persönliche Interessen, Freizeit und Freunde. Mit einem Business-Profil, wie zum Beispiel auf LinkedIn, möchten Sie berufliche Kontakte knüpfen oder Ihr Fachwissen und Ihre Qualifikationen präsentieren. Es ist dennoch wichtig, dass diese verschiedenen Profile miteinander vereinbar sind und nicht zwei völlig gegensätzliche Welten darstellen!

6. Nicht vergessen: Die Privatsphäre (*5)

Es ist wichtig regelmäßig zu überprüfen, wer auf ihrem Profil was zu sehen bekommt. Je nachdem sollten Sie die Inhalte anpassen, die Sie in Ihrem Social-Media-Profil teilen. Ab und zu ein Blick in die Einstellungen kann nicht schaden. Außerdem sind Sie dafür verantwortlich auch an die Privatsphäre Ihrer Mitmenschen zu denken. Posten oder veröffentlichen Sie nicht einfach Informationen oder Bilder, die nicht ausschließlich Sie betreffen.

Fazit

Sollten Sie alle aufgezählten Knigge-Empfehlungen für Social Media bereits beachten: Glückwunsch – Sie sind ein absolutes Vorbild in Ihrer Erscheinung in sozialen Netzwerken! Selbstverständlich ist es nicht tragisch, wenn Sie bemerken, dass es doch noch ein paar Kleinigkeiten gibt, wie Sie ihren Social-Media-Auftritt verbessern könnten. Wichtig ist: Seien Sie sich darüber bewusst wie Sie sich präsentieren und was Sie von sich präsentieren. Betrachten Sie Ihr Profil doch mal von außen. Und, gefällt Ihnen alles was Sie hier lesen und sehen?


#filmtriffttalk/online

Mittwoch 21.10.2020 | 17.45 – 18:45 Uhr

Die Aufzeichnung des Livestreams finden sie auf der Webseite des Ökumenischen Medienladens

„Digitale Kommunikation – 1000 Kontakte und doch allein?“

Wir chatten, posten und kommentieren privat und beruflich. Meist sehen wir unser Gegenüber nicht und oft genug kennen wir diese Person nicht einmal persönlich. Wie hat sich dadurch unsere Kommunikation und unser Verhalten verändert? Welche Auswirkungen hat die digitale Kommunikation auf uns und die Gesellschaft?

#filmtriffttalk wird aufgrund der aktuellen Situation live gestreamt. Unsere Moderatorin Tina Tanšek empfängt zwei interessante Gäste und Experten, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln digitale Kommunikation betrachten und erleben. Gemeinsam diskutieren sie Vor- und Nachteile und was diese ausmacht. Dazu werden verschiedene Filmausschnitte gezeigt und gemeinsam besprochen. Gleichzeitig können die Zuschauer aktiv Fragen stellen, die in den Web-Talk aufgenommen werden.

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Gäste:

  • Nicolai Opifanti – Insta-Pfarrer aus Stuttgart
  • Prof. Dr. Wolfgang Schweiger – Kommunikationswissenschaftler der Uni Hohenheim


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