Literaturliste: Film ab! – Literaturliste mit neuen Büchern rund um die Themen Film/Filmarbeit

Die Literaturliste enthält die neuesten Bücher rund um das Thema Film. Zum einen finden Sie Titel für die Arbeit mit Filmen im Unterricht und wie man selbst Filme herstellen kann. Weiterhin enthält sie zwei praktische Beispiele, wie Sie ganz konkret mit einem Film arbeiten können. Zu anderen befinden sich auf der Auflistung auch die neuen Bücher zu einzelnen Filmthemen/Filmstilen/Filmgeschichte. Film ab!

Die Bücher können unter den angegebenen Signaturen in der Bibliothek des Evangelischen Medienhauses ausgeliehen werden, gerne schicken wir sie Ihnen auch zu.

I. Neuanschaffungen zur Arbeit mit Filmen und Ideen für den Unterricht

20 Jahre Harry Potter : Ideen und Impulse für den fächerübergreifenden Unterricht ab Klasse 4 (AFIU473)

(Hrsg.) Stiftung Lesen ; Jörg F. Maas…   2018

Die Ideen und Impulse für den fächerübergreifenden Unterricht ab Klasse zu „Harry Potter“ bestehen aus den folgenden Teilen: Lesefreude mit Fantasy-Literatur wecken (Ursprünge und Merkmale der Fantasy-Literatur, Die HP-Bände erneuern das Genre), Die Welt von Harry Potter, Der Brief aus Hogwarts, Die Winkelgasse, Neue Freunde an Gleis 9 3/4, Der sprechende Hut und die vier Häuser von Hogwarts, Magische Pflanzen, Zaubersprüche, Fabelwesen, Der Spiegel Nerhegeb, Der Stein der Weisen, Zauberschach, Tödliche Zaubertränke, Der Spiegel Nerhegeb und der Stein der Weisen, Kreativideen für Fachunterricht, Aktions- und Projekttage.

Werk ohne Autor : Filmheft mit Materialien für die schulische und außerschulische Bildung (AFIU474)

Burkhard Wetekam… ; (Hrsg.) Vision Kino gGmbH   2018

Das Filmheft mit Materialien für die schulische und außerschulische Bildung zu Spielfilm „Werk ohne Autor“ besteht aus den folgenden Teilen: Einführung für Lehrkräfte (Werk ohne Autor – ein Film über die Kunst und das 20. Jahrhundert, Die Handlung, Was wir sehen: Bild und Wirklichkeit, Der Film im Unterricht, Mögliche Lernarrangements, Hinweise zu den Unterrichtsmaterialien und Lösungshinweise), Arbeitsmaterialien (Der Film „Werk ohne Autor“ – ein Film über das Sehen, Der Film „Werk ohne Autor“ – historische Perspektive, Eindrücke und Fragen, Das NS-Euthanasie-Programm – Massenmord durch Ärzte, Der Fall Werner Heyde/Fritz Sawade, Entnazifizierung – Grundidee – Schwierigkeiten und Folgen, Kunst und Gesellschaft I: Ent-artete Kunst 1937, Kunst und Gesellschaft II: Sozialistischer Realismus in der DDR, Kunst und Gesellschaft III: Kunstakademie Düsseldorf – eine neue Welt, Kunst und Gesellschaft IV: Kunstakademie Düsseldorf – Personen und Positionen, Eine Filmsequenz untersuchen I, Eine Filmsequenz untersuchen II, Werk ohne Autor – die äußere Handlung, Biografie im Film: innere Zusammenhänge untersuchen, Familienbeziehungen, Werk ohne Autor – ein Film über das Glück?, Kurt Barnets künstlerische Entwicklung: Zufall – Intuition und Fantasie, Vom Foto zum Porträt und zurück, Stationenarbeit: künstlerische Themen und Arbeitstechniken.

DEFA & Dokumentarfilm im Zeichen der Wende : Dossier (AFC125)

Matthias Dell… ; (Hrsg.) Bundeszentrale für politische Bildung   2018

Das Dossier zum Thema „DEFA & Dokumentarfilm im Zeichen der Wende“ besteht aus den folgenden Teilen: Einführung: Die DDR verschwand – die Filmschaffenden machten weiter, Hintergrund 1: DEFA-Dokumentarfilme zur Wende, Filmbesprechung, Hintergrund 2: Die Leipzig-Filme von Andreas Voigt, Hintergrund 3: Die Neustadt-Triologie von Thomas Heise, Arbeitsblätter (Aufgabe 1: Die Darstellung von Jugendkulturen im DDR-Dokumentarfilm, Aufgabe 2: Ein Land vor dem Umbruch – die Leipziger Montagsdemonstrationen, Aufgabe 3: Zwischen Stillstand und Aufbruch – die Zeit nach dem Mauerfall), Filmliste, Weblinks, Glossar.

Inklusion und Film : Methoden, Tipps und Informationen für eine inklusive Filmbildung ; Praxisleitfaden (AP60N)

Claudia Ziegenfuß ; (Hrsg.) Vision Kino gGmbH   5., Aufl., 2018

Inklusion hat spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechts-Konvention durch die Bundesrepublik Deutschland am 26. März 2009 sowohl für den Bildungs- als auch für den Kulturbereich eine hohe Relevanz erhalten. VISION KINO hat dazu nun einen Leitfaden veröffentlicht, der Lehrkräften, (Medien-) Pädagogen/innen, aber auch engagierten Kinobetreibern/innen, Multiplikatoren/innen und alle an den Chancen einer inklusiven Filmbildung Interessierten Anregungen geben möchte. Der Leitfaden beschreibt eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Beschäftigung mit Film in heterogenen Lerngruppen, beginnend ab der 1. Klasse. Aufbauend auf den Voraussetzungen für ein barrierefreies Filmerleben stellt der Leitfaden Methoden und Übungen vor, mit deren Hilfe sich Filme rezeptiv und inklusiv erschließen lassen und gibt praktische Tipps für eigene Filmübungen in der Lerngruppe, von denen vor allem Lernschwächere und Schüler/innen mit kognitiven Beeinträchtigungen profitieren. Schließlich werden drei ausgewählte Projektbeispiele inklusiver Film- und Medienbildungsarbeit vorgestellt. Ein umfangreicher Anhang verweist auf wei-terführende Angebote, Projekte und Institutionen und listet eine Auswahl an für den Unterricht geeigneten Filmen.

Film im Fremdsprachenunterricht : Methoden, Tipps und Informationen ; Praxisleitfaden (APA183)

Elena Solte ; (Hrsg.) Vision Kino gGmbH   3. Aufl., 2018

Der Einsatz von Filmen im Fremdsprachenunterricht bietet umfassendes Potenzial für das interkulturelle Lernen, für den Spracherwerb anhand des originalsprachlichen Films sowie das Kennenlernen der jeweiligen Filmkulturen. In dem Leitfaden werden einführend die Dimensionen, Kompetenzen und Zielsetzungen umrissen, welche den Umgang mit Film im Fremdsprachenunterricht charakterisieren. Darauf aufbauend werden Aspekte zur Filmauswahl sowie zur Organisation des filmbezogenen fremdsprachlichen Unterrichts behandelt. Ein ausführliches unterrichtspraktisches Kapitel vermittelt sowohl rezeptiv als auch kreativ-praktisch ausgerichtete methodische Anregungen zur Arbeit mit Film in den Fächern der fremdsprachlichen Bildung. In einem nach den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch differenziertem Serviceteil finden Sie Hinweise zu Filmfestivals, Filmreihen und Filmaustauschprojekten hierzulande sowie zu Filmbildungseinrichtungen, Videoplattformen, Webangeboten, Filmzeitschriften und filmpädagogischen Materialien aus den jeweiligen Ländern. Abgeschlossen wird die Übersicht durch ein Filmglossar, mit einer Liste mit Film erschließenden Leitfragen, Literaturempfehlungen sowie Hinweisen zum Urheberrecht.

Schule im Kino : Tipps, Methoden und Informationen zur Filmbildung ; Praxisleitfaden für Lehrkräfte (APA184)

(Red.) Maren Wurster ; (Hrsg.) Vision Kino gGmbH   8., Aufl., 2017

Vision Kino hat seinen seit 2008 erfolgreich und in einer Gesamtauflage von über 40.000 Exemplaren verteilten Praxisleitfaden für Lehrkräfte „Schule im Kino“ mit Tipps, Methoden und Informationen zur Filmbildung grundlegend überarbeitet und erweitert. Das Literaturverzeichnis wurde aktualisiert und ein Kapitel über rechtliche Aspekte beim Einsatz von Filmen im Unterricht ergänzt. Die Publikation weist auf innovative Wege der analytischen wie auch kreativen Filmbildung hin und zeigt aktuelle politische Empfehlungen zur kulturellen Filmbildung auf. Lehrkräfte werden mit Methoden, Handreichungen und vielen Ideen unterstützt, den Kinobesuch vor- und nachzubereiten sowie Film im Unterricht einzusetzen. Wichtiger Hinweis: Am 1. März 2018 trat das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) in Kraft. Das Kapitel „Einsatz von Filmen im Unterricht und rechtliche Fragen“ bezieht sich jedoch noch auf die bis zum 28.02.2018 gültige Rechtslage.

Stop-Motion-Trickfilme selber machen für Dummies Junior (APM135)

Vera Borngässer   2018

YouTube-Videos schauen kann jeder, aber wie wäre es, wenn du selbst einen Stop-Motion-Trickfilm produzieren würdest? Lass die Puppen tanzen, vermische Real Life und Fantasy. Denke dir eine Geschichte aus und bastele aus einfachen Materialien Figuren. Hintergründe und Sound-Dateien bieten wir dir zum Download an. Darüber hinaus findest du im Buch jede Menge Tipps zu Beleuchtung, Geräuschen, Anordnung der Figuren und Spezialeffekten. Sei kreativ, bearbeite die Videos am Computer weiter und verblüffe Freunde und Familie mit deinem Video. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie es geht. Geeignet für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre.

II. Neue Bücher zu Filmthemen/Filmstilen/Filmgeschichte

Gnade spricht Gott – Amen mein Colt : Motive, Symbolik und religiöse Bezüge im Italowestern (ADE129)

Michael Striss   2018

Die Filmhelden nennen sich Halleluja, Amen und Spirito Santo. Zum Stammpersonal gehören Pfarrer, Priester, Ordensleute. Häufig wird die Bibel zitiert und gebetet. Worum handelt es sich? Um erbauliche Unterhaltung für fromme Christen? Keineswegs. Die Rede ist vom zynischen und gewalttätigen Italowestern, dem populärsten und innovativsten Vertreter des europäischen Genrekinos der 60er- und 70er-Jahre. Er hat seither nicht nur Kultstatus unter vielen Filmliebhabern erreicht, sondern übt bis heute prägenden Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Films aus. Der Autor nähert sich dem Phänomen aus der Sicht eines Kenners und Liebhabers des italienischen Genrefilms, aber auch aus der des Theologen. Aus dieser doppelten Perspektive gelingt ihm nicht nur eine ausführliche Analyse der Motive des Genres, sondern erstmals auch eine umfassende Darstellung der vielfältigen religiösen Bezüge. Der Leser begegnet auf diesem Streifzug Huren und Heiligen, wahren Teufeln ebenso wie Racheengeln oder messianischen Erlöserfiguren. Er erlebt Passion, Kreuzigung, Auferstehung, aber auch die Hölle und das göttliche Endgericht. Am Schluss steht die erstaunliche Erkenntnis: Der Italowestern ist ohne seine Verwurzelung im biblisch-christlichen Glauben – und sei er noch so verschüttet oder gebrochen dargestellt – nicht zu denken.

Von Rabenvätern und Übermüttern : Das religionshistorische Motiv der heiligen Familie im Spannungsfeld zwischen Religion, Kunst und Film (ADE130)

Natalie Fritz   2018

Die Familie ist keine konfliktfreie Zone, sondern ein Ort, an dem Generationen und ihre jeweiligen Weltsichten aufeinanderprallen, an dem Genderrollen erlernt, vielleicht auch hinterfragt werden, an dem Werte und Normen vermittelt und soziale Kompetenzen trainiert werden. Es ist der Bereich, in dem Individuen primär sozialisiert werden, ein Mikrokosmos, in dem man allmählich für das „Leben draußen“ vorbereitet wird. Diese Untersuchung möchte aus der Perspektive einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Religionswissenschaft intermediale Tradierungsprozesse am Beispiel des christlich konnotierten Motivs der Heiligen Familie im zeitgenössischen Arthouse-Film beleuchten. Anhand eines spezifischen Filmkorpus werden die Etappen der intermedialen Überlieferung dieses religionshistorischen Motivs vom 16. Jahrhundert bis heute rekonstruiert und Überlegungen in Bezug auf die damit verbundenen Bedeutungszuweisungen außerhalb der religiösen Tradition angestellt. Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Filmemacher: Susanne Bier, François Ozon und Pedro Almodóvar. Besprochene Filme: Sitcom (F 1998), Ricky (F 2009), Todo sobre mi madre (E/F 1999), Volver (E 2006), Brødre (DK 2004) und Efter Brylluppet (DK/S 2006).

Der Pakt : Hollywoods Geschäfte mit Hitler (AFC123)

Ben Urwand   2017

Hollywood schloss einen Pakt mit Hitler. Die großen Studios erklärten sich 1933 bereit, keine Filme zu produzieren, die das Ansehen der Nationalsozialisten beschädigten oder die Judenverfolgung thematisierten. Der Grund war einfach: In Deutschland ließen sich immer noch die besten Geschäfte machen. Doch Paramount, MGM und Fox gingen weiter: Sie zensierten Filme ohne Druck, entließen bereitwillig jüdische Mitarbeiter oder realisierten unerwünschte Projekte erst gar nicht. Die Gewinne flossen in die Produktion von Goebbels‘ Wochenschau oder in die deutsche Rüstungsindustrie. Auf der einen Seite die mächtigen Studiobosse, viele davon Juden, auf der anderen Adolf Hitler, der filmbesessene Diktator. Der Autor erzählt die Geschichte dieses Skandals. Es ist die dunkle Seite des Golden Age von Hollywood, die er unter Rückgriff auf bisher unbekanntes Archivmaterial beschreibt temporeich und spannend!

Der NS-Film : Stilepochen des Films (AFC124)

Herausgegeben von Friedemann Beyer und Norbert Grob   2018

Alles Propaganda? Hitler bevorzugte Liebesfilme, Goebbels Historiendramen, soviel ist bekannt. Wie aber hat man sich die Kinoproduktion als Ganze in den Jahren zwischen 1933 und 1945 vorzustellen? Auf welche Weise beeinflusste der Nationalsozialismus das Leben und Wirken von Regisseuren wie Veit Harlan, Helmut Käutner, Karl Ritter oder Leni Riefenstahl? Dieser letzte Band der Stilepochen-Reihe vermisst das Filmschaffen in politisch dunkler Zeit und kommt dabei mitunter zu überraschenden Ergebnissen.

Einbildung und Gewalt : Film als Medium gesellschaftlicher Konfliktbearbeitung (AFH255)

Jörn Ahrens   2017

Das Medium Film stellt vielmehr einen zentralen Ort dar, an dem soziale Konflikte dekliniert, analysiert und begreifbar gemacht werden. Der Band erschließt das Verhältnis von Film und Konflikt anhand von vier unterschiedlichen Zugriffen filmischer Konfliktbearbeitung: Fingieren, Intervention, Gedankenexperiment und historische Rekonstruktion. Analysiert werden Filme, die paradigmatisch für diese Kategorien stehen: Quentin Tarantinos „Reservoir Dogs“, Reinhard Hauffs „Messer im Kopf“, Steven Soderberghs „Contagion“, Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirsty“ sowie – als Anleitung zu einer Ethik der Gewalt – Clint Eastwoods „Unforgiven“. In der Moderne werden gesellschaftliche Konflikte vor allem über ihre mediale Darstellung und Inszenierung ausgetragen. Zwei Aspekte stehen für den Band dabei im Vordergrund: Zum einen ist die mediale Aufbereitung von Konflikten und Gewalterfahrungen zugleich wichtiger Bestandteil wie auch selbst Akteur des gesellschaftlichen Diskurses. Filme sind also sowohl Reflexionen auf solche Diskurse und Erfahrungen als auch unmittelbar Interventionen in laufende Diskurse. Zum anderen stellen die Bilder und Narrative des Films Referenzen an eine oftmals nicht mehr einholbare Realität dar. Erst mittels der filmischen Darstellung wird so auch eine Erfahrung von Gesellschaft als Konfliktraum möglich.

Deutschlandbilder : Filmische Landeskunde von „Almanya“ bis „Wolfsburg“ (AFH256)

Jörg Metelmann   2016

Die Wiedervereinigung Deutschlands liegt mehr als 25 Jahre zurück: Grund genug zu fragen, in welcher Verfassung das Land sich heute befindet – und welches Bild es abgibt. Der beste Ort für diese Suche nach den Wesensmerkmalen einer Nation war stets das Kino: Filmbilder als Deutschlandbilder, als Erinnerungsspeicher und als Teil des kollektiven Imaginären. Das Buch kartografiert Deutschsein unter anderem von „Almanya“ bis „Weltschmerz“, von „Gehorsam“ bis „Kohlhaas“, von „Einbauküche“ bis „Spreewaldgurken“, von „jwd“ bis „Waldeinsamkeit“ – und ruft dabei noch einmal die Magie des Kinos wach. Das Anschauungsmaterial stellen populäre Genrefilme wie „Fack ju Göthe“ und „Good bye, Lenin!“ ebenso wie Autorenfilme etwa der „Berliner Schule“. In kurzen Beschreibungen entsteht ein facettenreiches Bild deutscher Ver-gegenwärtigungsorte, an und mit denen sich über Kontinuität und Wandel, Eigenes und Fremdes, Typisches, Vertrautes und Verlorenes nachdenken und streiten lässt.

Körper, Tod und Technik : Metamorphosen des Kriegsfilms (AFH257)

Thomas Elsaesser ; Michael Wedel    2016

Kriegsfilme nehmen uns mit: in Zeit und Raum, indem sie uns an die Schauplätze historischer Konflikte und militärischer Gefechte versetzen, vor allem aber emotional, indem sie uns zu Zeugen technifizierter Gewalt, körperlicher Verstümmelung und kollektiven Sterbens machen. Die Autoren zeichnen den grundlegenden ästhetischen Wandel des Hollywood-Kriegsfilms in der jüngeren Vergangenheit nach. Ausgangspunkt ihres Buches ist jener historische Moment, an dem er eine doppelte Metamorphose durchläuft. Ende der siebziger Jahre nämlich erfolgt eine reflexive Brechung, die kritisch mit der ästhetischen Form des Genres umgeht und nach seiner Verstrickung in die Wahrnehmung und Realität des Dargestellten fragt. Zugleich transformiert es sich immer intensiver zu einem »body genre«, in dem eine Darstellung von Kriegsgeschehen über die sinnliche Ansprache des Körpers vermittelt wird. In prägnanten Einzelanalysen spannen die Autoren einen Bogen von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (1979) über Steven Spielbergs „Saving Private Ryan“ (1998) bis hin zu aktuellen Beispielen des Genres, um die ästhetischen Prämissen und kulturellen Resonanzen dieses Wandels bis in die Gegenwart hinein offenzulegen. Wie gehen Kriegsfilme mit Geschichte und traumatischen gesellschaftlichen Ereignissen um? Inwiefern spiegelt sich in ihnen die neue Qualität asymmetrischer militärischer Antagonismen in einer globalisierten Welt? Was schließlich sagen sie über eine Kultur aus, die sich in diesen Filmen Instrumente schafft, um die tödliche Gewalt moderner Militärtechnik, die Grenzen und Entgrenzungen subjektiven Körperempfindens ästhetisch auszutesten – auf der Seite der auf der Leinwand handelnden und leidenden Figuren ebenso wie auf der der Zuschauer im Kino? Folgende Filme werden behandelt: Apocalypse Now, Windtalkers, Saving Private Ryan, Dark Zero Thirty.

Und nach dem Holocaust? : Jüdische Spielfilmfiguren im (west-)deutschen Film und Fernsehen nach 1945 (AFH258)

Lea Wohl von Haselberg   2016

Jüdinnen und Juden haben eine große symbolische Bedeutung im öffentlichen Bewusstsein der Bundesrepublik. Weil die jüdische Minorität zumeist nicht erkennbar und zudem eine kleine ist, werden Begegnungen im Alltag jedoch nur selten erlebt – sie finden vielmehr medial vermittelt statt. Auf besondere Weise geschieht das in Spielfilmen, weil hier jüdische Figuren für das mehrheitlich nichtjüdische Publikum als solche sichtbar und erkennbar gemacht werden. Gleichzeitig ist die Figurengestaltung symptomatisch für ihre jeweilige Entstehungszeit. Der vorliegende Band untersucht von diesen Überlegungen ausgehend die Darstellungen jüdischer Spielfilmfiguren in etwa hundert fünfzig (west-)deutschen Spielfilmen, Fernsehfilmen, Fernsehspielen, Reihen- und Serienepisoden, die zwischen 1948 und 2015 entstanden sind. Im Gegensatz zur bisherigen Forschung, die vor allem auf Holocaustfilme fokussierte und danach fragte, was und wie zu welchem Zeitpunkt erinnert wurde, werden hier Filme untersucht, deren Handlung nach 1945 situiert ist. Im Fokus stehen Figuren- und Konfliktkonstellationen, wieder holt auftauchende thematische Verbindungen sowie Rollenmuster, aber auch die Frage, wie die Figuren als jüdisch kodiert und damit als Darstellungen von Jüdinnen und Juden erkennbar gemacht werden. In der Untersuchung wird eine umfangreiche Typologie jüdischer Spielfilmfiguren – vom Überlebenden bis zum jüdischen Lover – herausgearbeitet. Zudem bereitet der Anhang das umfangreiche Filmkorpus, das der Studie zugrunde liegt, mit kurzen Synopsen zu einem Nachschlagewerk jüdischer Filmfiguren im westdeutschen Kino- und Fernsehfilm auf.

 


Medienpädagogische Fachbibliothek: Ausleihe und Kontakt

In unserer medienpädagogischen Fachbibliothek finden Sie ein breit gefächertes Angebot von rund 8.500 Büchern, Fachzeitschriften und grauer Literatur. Alles dreht sich um die Themen Film und Medien/Medienpädagogik sowie in kleinerem Umfang Religionspädagogik. Die Buchentleihe ist kostenlos.

Bei Ausleihe, Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an mich wenden:

medienhaus-bibliothek-kerstin-thomaKerstin Thoma, Bibliothekarin im Evangelisches Medienhaus
Tel. 07 11/ 222 76 44
E-Mail: kerstin.thoma@evmedienhaus.de
Internet: www.oekumenischer-medienladen.de/bibliothek/

Öffnungszeiten:
Mo, Di + Do: 9.00 bis 16.30 Uhr , Mi + Fr: 9.00 bis 12.30 Uhr
Bestellte Medien können Sie auch zu jeder Tages- und Nachtzeit im Vorraum des Ökumenischen Medienladens abholen bzw. zurückbringen. Lassen Sie sich hierzu bitte den Türcode geben.