Kennen Sie schon Citizen Science ? Der Beitrag zur Wissenschaft für jede:n

Mit dem Stichwort „Wissenschaft“ verbinden viele Menschen Doktorkittel und ausgeprägte Fachkenntnisse. Aber auch Laien, beziehungsweise Menschen ohne wissenschaftliche Kenntnisse, können bei der Forschung behilflich sein – mithilfe von Citizen Science!

Citizen Science

@Canva

Der Bedarf an Amateurwissenschaftler:innen wächst. Dank der Digitalisierung war es noch nie so einfach, sich als Laie in ein wissenschaftliches Forschungsprojekt einzubeziehen. Vor 300 Jahren waren die meisten Wissenschaftler:innen noch nicht die Spezialisten, die sie heute sind. Und dennoch – viele Forscher:innen bzw. Naturentdecker:innen betrieben ihre Forschungsprojekte nebenbei wie z.B. Alexander von Humbold, Gregor Mendel oder Isaac Newton. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es mit Citizen Science auf sich hat und weshalb sich eine Teilnahme lohnt.

Was ist Citizen Science?

Der englischsprachige Begriff „Citizen Science“ beschreibt die ehrenamtliche Beteiligung von Personen an wissenschaftlichen Projekten bzw. Prozessen. Diese Personen sind keine Wissenschaftler:innen, sondern Laien und können mit ihren Grundkenntnissen die Forschung unterstützen. Die Länge der Projekte unterscheidet sich dabei genauso wie die Art und das Thema des jeweiligen Projekts. Es gibt digital zu lösende Projekte sowie Outdoor-Forschungsprojekte. Eine akademische Ausbildung ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, da jede:r angesprochen werden soll. Es ist jedoch wichtig, Transparenz zu bewahren hinsichtlich der Methodik bei der Datenerhebung sowie in der öffentlichen Diskussion. Das Ziel von Citizen Science ist es, allen Bürger:innen den Zugang zu wissenschaftlichen Projekten zu ermöglichen, um Diskussionen von haupt- und ehrenamtlichen Teilnehmer:innen auf Augenhöhe führen zu können. Durch diesen Dialog wächst auch das gegenseitige Verständnis und dies könnte die Wissenschaft nachhaltig stärken.

Citizen Science Plattformen

Es steht ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Projekten für jeden zur Verfügung. Um das passende Projekt für Sie zu finden, sammeln Online-Plattformen Projekte und stellen diese übersichtlich online. Ob Kultur, Natur und Umwelt, Kunst u.v.m. – es gibt viele Themenbereiche, bei denen Sie an einem Projekt teilhaben können. Abgesehen von dem Thema unterscheidet sich auch der Schwierigkeitsgrad der Projekte.

Bürger schaffen wissen

Eine sehr bekannte Online-Plattform heißt Bürger schaffen Wissen. Die Plattform „Bürger schaffen Wissen“ ist die bekannteste Citizen Science Plattform in Deutschland. Sie ist sehr benutzerfreundlich auch optisch einladend.

Bürgerschaffenwissen

Wenn Sie die Plattform aufrufen und auf „Mitforschen“ klicken, gelangen Sie auf die Projekt-Suchleiste. Bei dem Thema fallen Stichworte wie Klima, Gesellschaft, Gesundheit, Tiere und vieles mehr. Bei der Ortsauswahl können Sie auswählen, ob Sie an Projekten, die entweder deutschland- oder europaweit agieren, mithelfen wollen. Ebenso können Sie ein bestimmtes Bundesland auswählen. Auch die Art des Projekts kann hier bestimmt werden. Nachdem Sie Ihre Kriterien gesetzt haben, erscheinen unten die passenden Projekte.

Projekte - Citizen Science

@BürgerschaffenWissen

Zooinverse

Jedoch gibt es auch weitere Plattformen wie z.B. Zooinverse. Es handelt sich hierbei um eine internationale Plattform – daher ist die Website komplett auf Englisch. Hier haben Sie auch ein breites Themenspektrum zur Auswahl. Darunter Themen wie Kunst, Sprache, Biologie, Geschichte, Klima, Natur und vieles mehr!Zooinverse

Bees & Bytes

Das bereits abgeschlossene Online Projekt Bees & Bytes wurde im April 2020 vom Museum für Naturkunde in Berlin ins Leben gerufen. Interessierte konnten online verschiedene Bienen transkribieren. Der Grund waren handschriftlich und maschinell geschriebene Etiketten der jeweiligen Biene, welche kaum leserlich waren und nun abgetippt werden sollten.

Bees & Bytes Citizen Science

@Bürgerschaffenwissen „Bees & Bytes“

Zudem mussten Teilnehmer:innen nach dem Geschlechtssymbol Ausschau halten und falls sie eines auf dem Etikett fanden, sollten sie das Geschlecht  entsprechend zuordnen. Alle Teilnehmer:innen konnten frei entscheiden wie viele Bienen sie transkribieren wollen. Für Fragen stand den Laien-Wissenschaflter:innen auch ein Nachrichtenforum zur Verfügung. Mit der digitalen Erschließung der Bienen möchte das Naturkundemuseum neue innovative Forschungsansätze schaffen, z.B. im Hinblick auf die Suche nach neuen Medikamenten, Fragen der Bioökologie u.v.m.

Fazit

Die erste Citizen Science Aktion wurde  im Jahr 1900 von Wissenschaftler:innen durchgeführt. Diese arbeiteten zusammen mit Bürger:innen an dem Christmas Bird Count-Projekt, welches seitdem jedes Jahr stattfindet, um den Bestand bestimmter Vogelarten zu erfassen. Abgesehen von Webseiten gibt es für manche Projekte auch Apps, in denen die erforschten Daten erfasst werden. In Deutschland wird Citizen Science mittlerweile auch an manchen Schulen praktiziert. Auch wenn dieser Artikel sich auf nur zwei Plattformen konzentriert hat, gibt es selbstverständlich mehr davon. In Deutschland gibt es z.B. noch die naturgucker.de, Mückenatlas.de oder citizenscience:germany. 2016 wurde von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Förderprogramm erstellt, um Citizen Science zu unterstützen. Teilnehmer:innen können bei Citizen Science Projekten selbst zu Expert:innen werden und lernen so vielleicht neue Stärken und Interessen von sich selbst kennen.


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