Kameraperspektiven

Bei Videoaufnahmen ist die Positionierung der Kamera eines der wichtigsten Elemente. Insbesondere bei fest installierten Systemen ist es wichtig, sich hier vorab Gedanken zu machen. Wir stellen Ihnen hier die 5 gängigsten Kameraperspektiven vor und erklären, welche Wirkung sie jeweils erzielen können.

@canva

Was ist eine Kameraperspektive?

Wenn man von der Kameraperspektive spricht, meint man den Blickwinkel, also die Höhe der Kamera bezogen auf das aufgenommene Objekt oder die aufgenommene Person. Die Kameraperspektive ist nicht zu verwechseln mit der Einstellungsgröße, die die Nähe der Kamera zum Objekt beschreibt.

Unterschiedliche Kamerawinkel

Beim Kamerawinkel unterscheidet man generell zwischen 5 verschiedenen Winkeln, bei dem jeder für sich eine eigene Optik und Dramaturgie erschaffen kann.

Normalsicht (straight on angle / eye level):

Position:

Die Kamera ist hier auf Augenhöhe mit der gefilmten Person bzw. auf gleicher Höhe mit dem gefilmten Objekt positioniert.

Emotion:

Diese Perspektive ist der Sichtweise des menschlichen Auge am nächsten. Der/die Zuschauer:in kann sich schnell in die Situation hereinversetzen und wird direkt angesprochen. Daher wird diese Perspektive am liebsten bei direkten Ansprachen wie Fernsehansagen oder Nachrichten verwendet. Der/die Sprecher:in interagiert direkt mit den Zuschauer:innen, da er/sie sozusagen auf Augenhöhe mit ihm spricht.

Zu beachten:

Wenn mehrere Personen oder Objekte mit unterschiedlichen Größen gefilmt werden, kann sich die Normalsicht mit der Auf- oder Untersicht mischen.

 

Aufsicht (high angle shot / down shot):

Position:

Das Objekt oder die Person wird hier von einer erhöhten Position aufgenommen, jedoch nicht von ganz oben. Der Betrachter schaut auf die gefilmt Person oder das Objekt herunter.

Emotion:

Eine mit Aufsicht gefilmte Person ruft bei dem/der Betrachter:in schnell das Gefühl von Unterlegenheit, Machtlosigkeit oder sogar Erniedrigung hervor, da er sprichwörtlich auf die Person herabsieht. Soll jedoch das Umfeld, also der Raum, in der sich die Person befindet, dargestellt werden, so ist diese Perspektive am besten geeignet.

Zu beachten:

Eine durchgehende Aufnahme in Aufsicht ist nicht zu empfehlen. Einzelne Szenen können jedoch das Videoprojekt auflockern und ergänzen.

 

Vogelperspektive (extreme high angle shot / bird´s eye view)

Position:

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Kamera hier über dem Objekt oder der Person positioniert. Meist wird diese Perspektive gewählt, wenn ein Überblick über den Spielort gegeben werden soll. Im Freien kommen hierfür häufig Drohnen zum Einsatz.

Emotion:

Personen oder Objekte sind teilweise als solche nicht mehr zu erkennen und werden sozusagen „entmenschlicht“. Sie werden nur noch Teil eines großen Raumes.

Zu beachten:

Um den Spielort darzustellen, ist die Vogelperspektive ideal. Meist wird sie für Einleitungen (Intros) oder Ausleitungen (Outros) verwendet. Eine dauerhafte Aufnahme in der Vogelperspektive ist nicht zu empfehlen.

 

Untersicht (low angle shot / up shot)

Position:

Die Kamera ist auf einer niedrigeren Höhe als die gefilmte Person positioniert und filmt sie schräg von unten.

Emotion:

Die gefilmte Person spricht über den Zuschauer hinweg ohne diesen zu beachten, wodurch sich dieser erniedrigt fühlen kann. Diese Perspektive bewirkt demnach das Gegenteil von der Aufsicht.

Zu beachten:

Diese Einstellung wird auf Grund ihrer Wirkung recht selten genutzt. Im Film kommt sie zum Beispiel bei einem Dialog zwischen einem Kind und einem Erwachsenen zum Einsatz.

 

Froschperspektive (extreme low angle shot / worm´s eye view)

Position:

Die Kamera ist unter der gefilmten Person oder dem Objekt angebracht und filmt von unten nach oben.

Emotion:

Mit der richtigen Beleuchtung kann hierdurch eine bedrohliche Stimmung erzeugt werden. Personen wirken so groß und mächtig. Vor allem in Actionfilmen wird diese Perspektive gewählt, wenn der Held sich auf einen Kampf vorbereitet (Superman-Pose)

Zu beachten:

Für Interview oder Ansprachen ist diese Perspektive mehr als ungeeignet. Nicht zuletzt, weil hier ein potentielles Doppelkinn perfekt in Szene gesetzt wird.

 

 

Fazit:

Bei der Wahl der passenden Kameraperspektive kommt es nicht nur auf das gefilmte Objekt, sondern auch auf den Kontext an. Überlegen Sie vorab, welche Position der/die Zuschauer:in einnehmen soll. Der Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven kann einen Film auflockern, den Zuschauer:innen aber auch schnell überfordern oder ungewollte negative Emotionen hervorrufen. Testen Sie unterschiedliche Perspektiven aus und wägen ab, welche am besten zur jeweiligen Szene passt.


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