Gottesdienst in der Kirche filmen? So geht’s

Taufe, Hochzeit oder Gottesdienste für die Gemeindewebsite: Anlässe, um in Kirchen zu filmen, gibt es viele. Was ist zu beachten?

Filmen in der Kirche, beim Gottesdienst oder einer Hochzeit, ist beliebt. Aber es gibt einiges zu beachten

Darf während des Gottesdienstes überhaupt gefilmt werden? Was muss bei der Musik beachtet werden? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen, wenn Sie in einer Kirche filmen möchten [Foto © ktsdesign / fotolia.com]

1. Darf man in der Kirche filmen?

Die grundlegendste Frage überhaupt, denn nicht überall darf in den Gotteshäusern oder während des Gottesdienstes gefilmt werden. Egal ob evangelisch oder katholisch –  ob in der Kirche gefilmt werden darf, kann jede Gemeinde individuell entscheiden. Fragen Sie vor dem geplanten Gottesdienst-Dreh bei der Kirchengemeinde nach, ob es erlaubt ist. Besprechen Sie außerdem mit dem Mesner der Kirche, wie viele Personen beim Gottesdienst filmen werden und wo diese sich positionieren.

2. Recht am eigenen Bild beachten

Haben Sie die Erlaubnis zum Filmen in der Kirche erhalten, müssen Sie beim Dreh darauf achten, dass Sie nur Gottesdienstbesucher filmen, von denen Sie eine Einwilligung dazu erhalten haben. Bringen Sie vor dem Gottesdienst einen Hinweis an der Kirchentür an, auf dem Sie auf den Dreh hinweisen, in welchem Umfang gefilmt wird, zu welchem Zweck und wo der fertige Gottesdienst-Film zu sehen sein wird. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen: Filmen Sie den Pfarrer – von dem Sie selbstverständlich auch eine Einwilligung brauchen – Elemente im Inneren der Kirche oder beispielsweise auch betende Hände in einer Nahaufnahme – aber nicht die Gottesdienstbesucher, von denen Sie keine Einverständniserklärung haben. Filmen Sie, wenn überhaupt, die Gottesdienstbesucher in der Kirche nur von hinten, so dass keine Gesichter erkennbar sind.

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3. Drehen Sie mit Stativ in der Kirche

Der Vorteil, wenn Sie in einer Kirche einen Gottesdienst filmen: hektische oder stressige Situationen sind im Idealfall nicht zu erwarten. Daher empfiehlt es sich besonders, mit einem Stativ in der Kirche zu filmen. So erhalten Sie schöne, ruhige und nicht verwackelte Bilder – und so eine Kamera in der Hand kann nach einer Weile auch ganz schön schwer werden! Bauen Sie Stativ und Kamera aber mit etwas Sicherheitsabstand zu den Gottesdienstbesuchern und Gegenständen auf, falls etwas umfallen sollte. Ein Stativ hat außerdem den Vorteil, dass Sie schöne ruhige Bilder in der Kirche filmen können und nichts verwackelt.

4. Vorsicht bei der Musik!

Die Orgel spielt himmlisch und der Kirchenchor war eine musikalische Offenbarung – klar, dass Sie Ihr Video vom Gottesdienst mit der Musik unterlegen möchten. Aber Achtung: Jede Musik unterliegt einem Urheberrecht. Erkunden Sie sich, wer der Urheber des Werks ist. Ist der Urheber mehr als 70 Jahre verstorben, erlischt der Anspruch – aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen. Daher also in allen Fällen: Beim Urheber vor einer Veröffentlichung nachfragen! Zusätzlich zum Urheber ist auch abzuklären, ob bei der GEMA, der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, Gebühren anfallen, falls Sie die Musik in Ihrem Film veröffentlichen wollen.

5. Stören Sie den Gottesdienst nicht

Überlegen Sie sich im Vorfeld, wann Sie welche Bilder aufnehmen möchten. Das Innere der Kirche können Sie beispielsweise auch gut in aller Ruhe vor oder nach dem Gottesdienst aufnehmen. Suchen Sie sich einen Platz in der Kirche, von dem Sie gute Sicht und Spielraum für die Kamera haben, aber für die Besucher nicht allzu prominent sichtbar sind und den Gottesdienstablauf nicht stören.


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Nadja Golitschek
Hallo, ich bin Online-Redakteurin im Evangelischen Medienhaus in Stuttgart. Hier schreibe ich rund um die Themen Internet, digitale Medien und gelungenes Präsentieren.
Nadja Golitschek

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