Gute Kinderfilme bleiben im Gedächtnis

Zählt nur Spaß oder darf man Kindern beim Filmesehen etwas zumuten? Hier erfahren Sie, was Kinder zum Nachdenken anregt.

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Mehr als nur seichte Unterhaltung: Filme regen die Kleinen zum Nachdenken an. [Bildquelle: Yuri Koroliak | Nastia 1983 | Burlingham © fotolia.com]

Der Kinderfilm wird als eine Unterhaltungsform angesehen, die Kindern harmloses Vergnügen bereitet. Gute Kinderfilme sind jedoch nicht nur ein Leinwandabenteuer, sondern bieten Kinder Stoff zum Nachdenken und Reflektieren.

Kinder sehen und hören anders

Kinder nehmen Filminhalte anders wahr als Erwachsene. Das Filmverständnis hängt von ihrer geistigen Reife ab.

  • Kinder abstrahieren nicht, sie sehen den Film und was darin vorgeht als Tatsache an. Deswegen passieren ihnen typische „Fehldeutungen“ der Handlung. Amors Liebespfeil wird nicht als Symbol angesehen, sondern als ein bösartiger Angriff.
  • Gewalt oder Unrecht gegenüber Kindern empört sie in besonderem Maße. Und sie freuen sich am Ende über das Happy End genauso wie die siegreichen Helden auf der Leinwand.
  • Kinder gehen voll rein in die Handlung – ohne Distanz. Das kann manchmal ganz schön Angst machen. Gerade eine dramatische Filmmusik trägt zum emotionalen Erleben bei.

Kinder müssen Ihre Themen finden

Klar wollen Kinder Spaß haben, in erster Linie suchen sie aber nach tiefgründigerem. Sie prüfen, ob Filme etwas mit ihrer momentanen Lebenssituation zu tun haben. Kinder wollen Helden und Vorbilder sehen, die ihnen Orientierung geben. Helden zeigen Kindern, wie sie sich in ähnlichen Situationen verhalten können. Hierfür haben die jungen Zuschauer eine feine Antenne. Sie fühlen genau, ob eine Filmhandlung auf ihre eigene Realität übertragbar ist.

Welche Themen sind für Kinder interessant?

Kinder wollen also Filme, in denen sie Hilfen finden, um die typischen Entwicklungsaufgaben ihres Alters zu bewältigen. Für Kinder im Grundschulalter sind das Themen wie z.B. Freunde finden, sich in der Gruppe behaupten, selbständig werden, die eigenen Fähigkeiten entwickeln und den eigenen Weg finden. Später kommen noch hinzu: Das andere Geschlecht, zärtliche Gefühle, der Umgang mit „nervenden“ Eltern und vieles mehr. Für alles hat das Kinderkino seine passenden Geschichten: Ausreißerfilme, der Krieg verfeindeter Jugendbanden, allein ohne Eltern, erste Liebe, etc.

Warum sind Filmgespräche empfehlenswert?

Filmgespräche ermöglichen, dass die vielen Eindrücke und Impulse eines Films nicht einfach verpuffen, sondern verarbeitet werden können. Kinder können ihre Gefühlen zum Film ausdrücken, Meinungen austauschen und erleben, wie vielfältig ein Film von anderen Kindern wahrgenommen werden kann. Vor allem regt ein Filmgespräch an, sich mit eigenen Werten, dem eigenen Verhalten, oder über Erwartungen von Eltern und Schule zu beschäftigen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Die Idole und Filmhelden beeinflussen auch, welches Urteil sich Kinder über die Welt und gesellschaftliche Verhaltensregeln bilden.

Autor: Roland Kohm

Weiterführende Links

Film-Tipps von medienkompass.de

Filmempfehlungen der Stuttgarter Kinderfilmtage

Bundesverband Jugend und Film (Der Bundesverband ist die zentrale Organisation für die Kinderfilmarbeit)


Learning by doing

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Alexandra Schwarz

Hallo, ich bin Assistentin im Bereich Medien und Bildung und schreibe über verschiedene medienpädagogische und medientechnische Themen.

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