Freies Internet anbieten mit Freifunk

Offenes WLAN für alle. Das klingt gut, beschert in der Praxis aber eventuell rechtliche Probleme. Eine Lösung bietet Freifunk.

Freies Internet kann mit Freifunk angeboten werden

Die Initiative Freifunk setzt sich für ein freies und unabhängiges Internet ein [Foto © luckinout | fotolia.com]

Wer nach den Begriffen „offenes WLAN“  googelt, dem springen sofort Begriffe wie „Haftungsrisiko“, „Risiken“ und „kann teuer werden“ ins Auge. Das ermutigt als Einrichtung, Gemeinde oder Privatperson erstmal nicht, sein WLAN offen zur Verfügung zu stellen.

Bevor das Telemediengesetz im Juni 2016 überarbeitet wurde, erhielten Betreiber öffentlicher Hotspots immer wieder Abmahnungen, wenn urheberrechtlich geschützte Dateien illegal über das offene WLAN des Betreibers getauscht wurden – und zwar unabhängig davon, ob der Betreiber das wusste oder nicht.

Offenes Internet und die Störerhaftung

Doch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im September 2016 zur Störerhaftung könnte dazu führen, dass freies WLAN weiterhin nicht so einfach nutzbar ist. Das EuGH stellte zwar fest, dass ein Geschäftsinhaber, der der Öffentlichkeit kostenlos ein WiFi-Netz zur Verfügung stellt, für Urheberrechtsverletzungen eines Nutzers nicht verantwortlich ist. Jedoch darf ihm durch eine Anordnung aufgegeben werden, sein Netz durch ein Passwort zu sichern, um diese Rechtsverletzungen zu beenden oder ihnen vorzubeugen.

Eine Regelung, die wiederum den Ausbau eines offenen, flächendeckendes WLANs erschweren wird.

Wozu überhaupt freies WLAN?

Trotz des Slogans “Internet für alle” ist die digitale Teilhabe für viele nicht gegeben – ärmere, weniger technisch versierte und ältere Menschen nehmen wenig oder gar nicht am sogenannten Informationszeitalter teil. In dünn besiedelten und strukturschwachen Gebieten werden keine (bezahlbaren) Breitbandanschlüsse angeboten. Und mobiles Datenvolumen kostet und das je nach Umstand und Lebenslage nicht gerade wenig.

Tipps vom Blog 1 x pro Monat direkt zugeschickt bekommen: Jetzt für den Newsletter anmelden »

Ein aktuelles Beispiel sind Flüchtlingsunterkünfte, in denen nur selten ein freies WLAN angeboten wird. Das Smartphone mit Internetverbindung ist für die Flüchtlinge aber essenziell, um sich zu informieren, mit der Familie Kontakt zu halten, über entsprechende Apps unser Sprache und Kultur zu erlernen – oder sich in der Zeit des Wartens beschäftigen zu können.

Digitale Teilhabe mit Freifunk

Um freies und unabhängiges Internet aufbauen zu können, hat die Initiative Freifunk ein System entwickelt: mit dem simplen Trick, dass der Datenverkehr über beispielsweise die Niederlande umgeleitet wird und damit die Störerhaftung umgangen wird. Denn aus Sicht von Freifunk ist immer verantwortlich „wer die unerlaubte Handlung vollführt, nicht wer den Accesspoint bereitstellt.“

Dass es bei Freifunk nicht nur um kostenloses WLAN geht und was alles dahinter steckt, wird in diesem Video erklärt:

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Freifunk in Ihrer Einrichtung, Gemeinde oder Ihrem Zuhause einrichten können, besuchen Sie unsere Informationsveranstaltung.


Seminar-Tipps: Alles zum Thema Freifunk

Nadja Golitschek
Hallo, ich bin Online-Redakteurin im Evangelischen Medienhaus in Stuttgart. Hier schreibe ich rund um die Themen Internet, digitale Medien und gelungenes Präsentieren.
Nadja Golitschek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.