Film-Tipp: Katharina Luther

Wie Katharina von Bora von der Nonne zur Ehefrau des bedeutenden Reformators Martin Luther wurde.

Die Spielfilm erzählt die bewegte Geschichte der Katharina von Bora. Geboren als Tochter eines sächsischen Landadligen, wurde sie von einer entlaufene Nonne zur erfolgreiche Geschäftsfrau, klugen Ehefrau des Reformators Martin Luther und Mutter ihrer gemeinsamen sechs Kinder.

Zwei Ausgestoßene begegnen sich

Als Kind im Kloster Nimbschen in Sachsen abgegeben, lebt Katharina von Bora ein zurückgezogenes Leben. Mit Anfang zwanzig kommt sie durch die verbotenen Schriften Martin Luthers mit einer völlig neuen Gedankenwelt in Berührung. Wenn es – wie Luther schreibt – wahr ist, dass das Verhältnis des Menschen zu Gott allein von Gott bestimmt werde und nicht von den guten Werken der Gläubigen abhinge – was hält sie dann noch  hinter den Klostermauern?

Aufbruch ins Ungewisse

Sie beschließt das für die damalige Zeit eigentlich Undenkbare zu tun, sie wagt mit einigen ihren Mitschwestern die Flucht aus dem Kloster in ein neues Leben. Allerdings ist dieses gar nicht so einfach. Ohne rechtliche Stellung, ohne Einkommen und von ihrer Familie verstoßen kommt sie bei Lucas Cranach. Dort begegnetn sie Martin Luther, den vom Kirchenbann belegten und von seiner Mission beseelten Reformator. Die beiden von der Kirche verstoßenen verlieben sich. Nach der Hochzeit beginnt für Katharina ein neues Leben als Ehefrau, Mutter und Managerin des belebten Lutherhauses.

Um die ganze Tragweite der Geschichte, die mit großem Ausstattungsaufwand verfilmt wurde, zu erkennen, hilft ein Hineinversetzen in die Zeit des Spätmittelalters. Der Glaube an Dämonen und Höllenstrafen war allgegenwärtig, ständige Angst vor dem Leibhaftigen war Begleiter der meist rechtlosen Menschen. „Angst, jahrhundertelang nichts als Angst. Unsere Kinder werden die Ersten sein, die ohne Angst vor Gott aufwachsen werden“. Diese Aussage Luthers zu Katharina zeigt sehr gut die Gefühlswelt der damaligen Zeit.

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Feministische Facette des Reformationsjubiläumsjahrs

Obwohl Ihre Ehe hauptsächlich als Zweckbündnis geschildert wird, entwickelt sie sich im weiteren Verlauf zum Liebesverhältnis zwischen Katharina und Martin. Katharina wird zur angesehenen Wirtschafterin und gleichberechtigten Gesprächspartnerin Martin Luthers.

Die ehemalige Nonne lässt den gemeinsam bewohnten Hof, ein ehemaliges Kloster, erneuern, wodurch sie den Respekt der männerdominierten Gesellschaft erwirbt. Sie nimmt zudem Studenten auf, um den Lebensunterhalt zu finanzieren, und baut selbst Gemüse und Kräuter an. Heute wäre sie ein ideales Beispiel für eine „Familienmanagerin“. Hier wird der Film zur feministische Facette des Reformationsjubiläums.

Die Regisseurin Julia von Heinz hat es dabei mit zwei gegensätzlichen Hauptdarstellern zu tun. Während Devid Striesow in der Rolle von Martin Luther oft zweifelnd, schwach und unsicher, sogar etwas „knuffig“ und bubenhaft darherkommt ist die von Karoline Schuch gespielte Katharina ein ganz anderes Kaliber: ätherisch schön und doch willensstark und patent.
Trotz dieser Ambivalenz ist alles wohlgeordnet im Haushalt der Luthers. Katharina stürzt sich in die Arbeit und sorgt dafür dass der Betrieb Luther – eine theologische Kommune mit angeschlossenem Medienhaus – ökonomisch auf festen Beinen steht, während Martin Luther sich mit dem politischen Nachgang seiner Veröffentlichungen beschäftigt. Er fällt den freiheitsbegehrenden Bauern in den Rücken, streitet sich mit dem Schweizer Zwingli um die Reformation und verdammt die missionsunwilligen Juden.

Fortlaufende Prüfungen

15 Jahre später haben Katharina und Martin sechs Kinder und leben in, für die damalige Zeit, einigermaßen geordneten Verhältnissen. Umso schwerer trifft die Eheleute der Tod der ältesten Tochter. Martin Luther verzweifelt fast daran und hegt eine riesige Wut gegen die „jüdischen Ärzte“. Hier ist Katharina wieder die Starke, die tragende Säule die ihrem Mann hilft das Geschehene zu verarbeiten.

Es bleibt das Portrait einer außergewöhnlichen Frau, die sich durch Risikobereitschaft und Willensstärke einen festen Platz in einer männerdominierten Welt geschaffen hatte.


„Katharina Luther“ als DVD ausleihen oder als Medium zum Download herunterladen

Der 105-minütige Spielfilm ist im Ökumenischen Medienladen unter der Signatur DVS 973 auszuleihen und auch als Download verfügbar.

Peter Pförsich

Dr. Peter Pförsich leitet den Ökumenischen Medienladen und berät u.a. in allen speziellen Fragen rund um den Medieneinsatz wie z.B., Urheberrecht, Werberichtlinien usw.

Peter Pförsich

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