Film-Tipp: Immer noch eine unbequeme Wahrheit

Elf Jahre nach seinem aufrüttelndem Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ ist Al Gore, der ehemalige Vizepräsident der USA, noch immer als unermüdlicher Kämpfer für den weltweiten Klimaschutz unterwegs.

Über ein Jahrzehnt ist vergangen. 2006 war „Eine unbequeme Wahrheit“ ungewöhnlich erfolgreich für einen Dokumentarfilm. Sicherlich war dieser Umstand auch der Person des „Hauptdarstellers“ geschuldet. Im Jahr 2000 unterlag er unter dubiosen Umständen in der wohl umstrittensten Präsidentenwahl der USA dem Republikaner George W. Bush. Daraufhin widmete er seine ganze Kraft dem Kampf gegen den Klimawandel.

Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Film-Tipp mit Download, DVD-Verleih und Unterrichtsmaterial

Mit drastischen Bildern von überfluteten Menschen und verzweifelnden Kinder weist Al Gore in dem Dokumentarfilm „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft“ auf die dramatischen Folgen von Ignoranz und Nichtstun hin

Der Film wurde mit einem Oscar ausgezeichnet, im darauffolgenden Jahr wurde Gore für seine unnachgiebige Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Ein Film zur rechten Zeit

Eigentlich hätte er die Früchte seiner Arbeit genießen können. 2015 wurde in Paris ein ambitioniertes Weltklimaabkommen ausgehandelt, weltweit und auch in den USA stieg der Anteil erneuerbarer Energien. Doch mit der Wahl von Donald Trump, einem entschiedenen Leugner des Klimawandels, änderten sich die Vorzeichen schlagartig. Die fossilen Energieträger wie Kohle oder Öl wurden wieder gefördert, gleichzeitig wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien stark gebremst. Der Höhepunkt der negativen Entwicklung war wohl im Juni 2017 die Ankündigung Trumps, der den Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen verkündete.

Wobei der von Jon Shenk und Bonni Cohen erstellte Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft“ schon während der Wahl Trumps produziert wurde. Er zeigt Al Gore auf seinem weltweiten Kreuzzug gegen den Klimawandel. In Indien wird stark auf die dreckige, aber vermeintlich billige Kohle gesetzt, in Florida hatte gerade der Hurrican Irma große Schäden angerichtet, in Afrika gibt es nie dagewesene Dürren und in der Aktis schmilzt das Eis ungebremst. Und immer mittendrin der Ex-Vizepräsident, der sich als Stimme der Vernunft unermüdlich vor allem gegen die Skeptiker und Ignoranten im eigenen Land erhebt. Nach den Erfahrungen in der Trump-Zeit hat es fast etwas masochistisches wie Gore trotz aller Rückschläge noch alle Chancen für einen Wandel sieht.

Emotionen, Schock und Ermutigung

Und dabei spielt Gore mit dem Faktor Emotion. Mit drastischen Bildern von überfluteten Menschen und verzweifelnden Kinder weist er auf die dramatischen Folgen von Ignoranz und Nichtstun hin. Gleichzeitig wird ein lächelnder Trump mit dem Spruch „Es ist ganz schön kalt draußen, wir brauchen noch viel mehr globale Erwärmung“ gezeigt.

Diesem Zynismus setzt Gore die Vision einer weltweiten Klimabewegung entgegen und die Hoffnung auf eine Einsicht im Menschen entgegen. Eine zutiefst amerikanische Einstellung die uns Europäer etwas befremdet.

Der angekündigte Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen steht am Ende des Films, der trotz aller wichtiger Aussagen eine Art „One Man Show“ darstellt. Die traurige Entwicklung unterstreicht auf nachdrückliche Weise, dass der Kampf von Al Gore und vielen anderen Aktivisten so oder so noch lange nicht gewonnen ist und weitergeführt werden muss.

Film-Tipp: "Eine immer noch unbequeme Wahrheit" von Al Gore über Umwelt und Klima

Der 100-minütige Spielfilm „Eine immer noch unbequeme Wahrheit“ ist im Ökumenischen Medienladen unter der Signatur DVK 1687 auszuleihen und auch als Download verfügbar.

In der Bibliothek gibt es zu dem Film ein über 40 Seiten starkes pädagogisches Begleitmaterial zu dem Film. Es ist speziell für die Arbeit in der Schule konzipiert und wurde für die Schulkinowochen erstellt. Und kann unter der Signatur Afiu 396 entliehen werden.

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