Film-Tipp: Ich bin dein Mensch

Der Film erzählt von einer Begegnung, die uns in der nahen Zukunft vielleicht erwartet. Es ist eine melancholische Komödie um die Fragen der Liebe, der Sehnsucht und was den Menschen zum Menschen macht.

In der Science-Fiction-Komödie über die Begegnung einer hochgebildeten Forscherin mit einem „künstlichen Partner“ thematisiert die Regisseurin Maria Schrader mehrstimmig viele philosophische Fragen, die uns Menschen seit langem umtreiben. Vordergründig steht künstliche Intelligenz im Mittelpunkt, es geht aber vor allem darum, was uns Menschen eigentlich ausmacht und wie wir unser persönliches Glück erfüllen können.

Filmtipp: Ich bin dein Mensch

Inhalt:

Die Wissenschaftlerin Alma arbeitet als engagierte Forscherin für sumerische Keilschriften am Berliner Pergamonmuseum. Die Forschungsgelder sind knapp und daher kommt ein Angebot verlockend daher. Alma soll in einem Selbstversuch einen innovativen Romantikroboter testen und für ein anschließendes Gutachten über den Verlauf des „Tests“ für den Deutschen Ethikrat weitere Forschungsmittel bekommen.

Beim ersten Zusammentreffen der bisher allein lebenden und skeptischen Wissenschaftlerin und dem Roboter Tom, der darauf programmiert ist, Almas Bedürfnisse zu erfüllen, bemerkt die sie schnell, dass das Datenmaterial, mit dem Tom gefüttert wurde, noch weiter angepasst und verbessert werden muss. So gehört Alma zum Beispiel nicht zu den 93% der deutschen Frauen, die Aktionen wie das Verteilen von Rosenblüten im Schlafzimmer mögen.

Tom lernt schnell aus jedem Fettnäpfchen, in das er bei der genervten Alma hineintritt. Dazu gehört auch, sich zu verweigern, was ihn für Alma immer menschlicher macht. Er entwickelt fast eine Art „Eigenleben“ und die sonst so kontrollierte Wissenschaftlerin beginnt sich in ihn zu verlieben. Sie vergisst sogar hin und wieder, dass sie eigentlich nur eine Probandin einer Studie ist und Tom trotz seines perfekten Aussehens kein Mensch ist. Die Grenze zwischen dargestellten und tatsächlichen Emotionen verschwimmt zusehends, ihr Zusammensein beginnt sich zu verstetigen.

Komödiantische Momente werden durch ernste und philosophische Szenen ergänzt.

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Fragen des Films und dadurch entstehende Einsatzmöglichkeiten

Sogar die kontrollierteste Wissenschaftlerin hadert hier mit ihren wissenschaftlich so schlecht erklärbaren Gefühlen und dem Wanken von Konventionen und vermeintlichen Gewissheiten. Sie spürt, dass ihr bisheriger Alltag absturzgefährdeter ist, als sie es sich einzugestehen bereit ist. Daraus entstehen immer mehr Fragen, wie etwa nach den Grundlagen unseres Seins und der Sinnhaftigkeit der Liebe. Almas eigenes Entdecken ihres Menschseins reizt zur Auseinandersetzung über die Frage, was uns eigentlich als Menschen ausmacht. Wird Liebe nicht nur von chemischen Prozessen gesteuert wie Gefühle von Dopamin? Was passiert mit Wünschen und Begehren, wenn man den wirklich perfekten Partner hat?

Dr. Manfred Karsch, der an der Universität Bielefeld Religionspädagogik lehrt, konzipierte zum Film eine Andacht, die im Begleitmaterial mitgeliefert wird. Im Mittelpunkt dieser Andacht steht das Wort „perfekt“, was im Film eine große Rolle spielt. Dieses Thema wird aus verschiedenen alltäglichen und biblischen Facetten beleuchtet. „Du darfst unperfekt sein. Das könnte eine Botschaft sein, die Anklang findet an dem, was Martin Luther bei seiner Suche nach dem barmherzigen Gott gemacht hat.“ (2021, Karsch, Andacht zu ICH BIN DEIN MENSCH)

Ausschnitte oder der gesamte Film sind außerdem beispielsweise zu folgenden Themen in Gesprächsrunden mit Erwachsenen, Religionsunterricht (ab Kl. 9) oder auch Konfiunterricht gut einsetzbar:

  • Segen und Fluch der Digitalisierung und von künstlicher Intelligenz
  • Menschliche Vollkommenheit
  • Der Sinn des Lebens

Hintergründe:

Neben der Auseinandersetzung mit vielen Fragen lebt die leichte und doch tiefgründige Komödie vor allem von den beiden Hauptdarstellern Maren Eggert und Dan Stevens, die ihre Rollen mit viel Ausdruckskraft spielen.

Dass Maria Schraders dritter Film als Regisseurin als deutscher Kandidat für die Auslands-Oscars 2022 nominiert wurde und Maren Eggert für ihre Rolle bei der Berlinale 2021 den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung gewonnen hat, sind verdiente Auszeichnungen für den Film, der seine großen Fragen mit erstaunlicher Leichtigkeit stellt.


Den Film „Ich bin dein Mensch können Sie im Ökumenischen Medienladen ausleihen.

Download, Streaming oder DVD-Ausleihe:

Der Spielfilm ist im Ökumenischen Medienladen online oder unter der Signatur DVS 1199 erhältlich. Hinweis: Eine kostenfreie Mitgliedschaft im Ökumenischen Medienladen ist notwendig, um den Film nutzen zu können.


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Herzliche Einladung zum Teams-Talk am Di, 01.02.2022 | 17.30 Uhr – 19 Uhr
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