Film-Tipp: Dieses bescheuerte Herz

Völlig überraschend muss sich der verwöhnte Arztsohn Lenny den Schattenseiten des Lebens stellen. Sein Vater zwingt ihn dazu, die Betreuung eines herzkranken Jungen zu übernehmen.

Lenny ist ein Lebemann wie aus dem Bilderbuch: Studium abgebrochen, der Tag wird verschlafen und die Nacht in den Nobeldiscos mit viel Geld zum Tag gemacht. Was kostet die Welt. Papa, ein erfolgreicher Herzchirurg (gespielt von Uwe Preuss), finanziert regelmäßig und ausgiebig den aufwändigen Lebensstil des Filius. Als Lenny betrunken die Luxuskarosse statt in der Garage im Pool der elterlichen Villa „parkt“, verliert sogar der sonst so nachsichtige Vater die Geduld.

Der Arzt lässt Lenny wählen – entweder er kümmert sich zukünftig um einen seiner totkranken Patienten oder die Finanzierung wird zukünftig eingestellt.

Berührender Film über einen herzkrankten Jungen: Dieses bescheuerte Herz

Der verwöhnte Arztsohn Lenny wird von seinem Vater gezwungen, die Betreuung eines herzkranken Jungen David zu übernehmen.

Ein ungleiches Paar

Auf diese ungewöhnliche Art und Weise kommen also Lenny und der 15-jährige David (gespielt von Philip Noah Schwarz) zusammen. Der Teenager leidet seit seiner Geburt unter einem schweren Herzfehler, hat einen großen Teil seiner Lebenszeit im Krankenhaus verbracht und das Damoklesschwert des Herzstillstands ist sein ständiger Begleiter.

Nach anfänglichem Widerwillen Lennys und einigen Zickereien der beiden bricht das Eis zwischen den ungleichen Partnern. David fasst Vertrauen und Lenny bekommt immer mehr Lust darauf, mit dem Jungen die von ihm selbst erstellte „Wunschliste“ von Dingen von denen man mit 15 eben so träumt – vor allem wenn die Zeit knapp wird für all die Aktivitäten – .abzuarbeiten. Dazwischen Davids Mutter Betty, (gespielt von Nadine Wrietz) deren größte Sorge es ist, dass sich ihr Sohn bei den gemeinsamen Unternehmungen mit Lenny überanstrengen könnte.

Der „große Bruder“

Lenny gibt sich alle Mühe und die beiden starten zu einer Fahrt durchs Leben. David wächst ihm immer mehr ans Herz und mit Witz und Phantasie gehen die beiden an die Erfüllung der Wunschliste. Der erste Kuss mit einem Mädchen, eine Fahrt mit dem Sportwagen, der Besuch in einem Nachtclub, die erste Party. Für Jugendliche eigentlich ganz normal, für den lebenshungrigen David jedoch sind diese Dinge mit dem neuen „großen Bruder“ die Erfüllungen seiner Träume.

Und auch für Lenny ändert sich einiges. Er lernt Verantwortung zu übernehmen und im Krankenhaus seines Vaters dessen Assistenzärztin Julia kennen. Sie hält ihn zunächst für einen eingebildeten Schnösel, als sie jedoch seinen Wandel erlebt lässt sie sich auf eine Beziehung mit ihm ein.

Eine wahre Geschichte

Bald beschleicht einen beim Zuschauen ein Déjà vu und richtig, die erfolgreiche Geschichte „Ziemlich beste Freunde“ aus dem Jahr 2011 erzählt eine ähnliche Geschichte. Und auch beim Dreh von „Dieses bescheuerte Herz“ hat sich Regisseur Marc Rothemund eine wahre Geschichte als Vorlage genommen.

Der Roman erschien 2013 und erzählt die Geschichte des herzkranken Jungen Daniel Meyer und des Journalisten Lars Amend. Der 15-jährige Daniel hatte eine Wunschliste mit 25 Dingen erstellt die Amend mit ihm zur Realität werden lassen wollte. Marc Rothemund hat Erfahrungen mit der Verfilmung eines autobiographischen Romans über einen totkranken Menschen: Mit „Heute bin ich blond“ über den mutmachenden Umgang einer 21-jährigen Studentin mit ihrer Krebskrankheit ist ihm ein filmisches Meisterwerk gelungen.

Starke Szenen

Trotz mancher etwas übertriebenen Klischees hat „Dieses bescheuerte Herz“ seine Stärken. M’Bareks verkörpert Lenny gewohnt überzeugend und zeigt, dass er durchaus aus „ernste“ Rollen spielen kann.

Viele Szenen wirken ein Wenig wie Feel Good Kino, wenn jedoch Davids Alltag im Kinderhospiz mit Sauerstoffflaschen, Tabletten und ständiger Lebensgefahr gezeigt wird ist jeglicher Kitsch ganz weit weg. Überhaupt Philip Noah Schwarz: er spielt David eindrucksvoll mit der Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit eines totkranken Teenagers und in Nadine Wrietz erkennt man die Mutter, die nach 15 Jahren Kampf um ihr Kind selbst in Teilen kaputtgegangen ist.


Den Film „Dieses bescheuerte Herz“ können Sie im Ökumenischen Medienladen ausleihen

Der 106-minütige Spielfilm über den Umgang mit und die Wünsche von einem todkranken Teenager ist im Medienladen unter der Signatur   DVS 1051 oder als Stream (Sie müssen eine Mitgliedschaft des Ökumenischen Medienladens erwerben, um den Stream angezeigt zu bekommen) erhältlich.

Filmtipp: Dieses bescheuerte Herz


 

Keine Tipps mehr verpassen und bequem per E-Mail zugeschickt bekommen:

⊗ 1 x pro Monat ⊗ jederzeit kündbar ⊗ Keine Datenweitergabe an Dritte

Newsletter-Anmeldung

  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Der Newsletter wird über den Versanddienstleister CleverReach versendet, bei dem Ihre Daten nach Ihrer bestätigten Anmeldung gespeichert werden. Hinweise zum Anmeldeverfahren, Versanddienstleister, zur statistischen Auswertung und zum Widerruf finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.