Faire Apps – Kaufentscheidungen ethisch gestalten

Trotz des Wissens, dass es in den großen deutschen Schlachthöfen zweifelhafte Arbeitsbedienungen gibt, bleibt der Fleischkonsum bei den meisten dennoch gleich. In diesem Artikel werden verschiedene Apps vorgestellt, die Ihnen dabei helfen, Ihre Kaufentscheidungen bei Lebensmitteln ethisch gestalten zu können.

Faire Apps Header

@Canva

Die vegane Lebensweise wird in Deutschland zunehmend beliebter. Die Anzahl veganer Konsument:innen, Angebote und Läden steigt. Im Juni 2020 wies Deutschland eine Bevölkerungszahl von ca. 83,1 Millionen auf – davon ernähren sich 2,6 Millionen Menschen vegan (3,2%) und 3,6 Millionen vegetarisch (4,4%). Nach der Studie von Skopos  (2016) hat sich die Anzahl der Veganer:innen innerhalb dieser vier Jahre verdoppelt.

Happy Cow

Happy Cow Logo

@HappyCow

Happy Cow“ unterstützt Sie bei Ihrer Suche nach einem vegetarischen oder veganen Restaurant. Sie haben hier die Wahl, ob Sie die App herunterladen wollen, da „Happy Cow“ auch als Website funktionert. Zusätzlich können Sie sich bei „Happy Cow“ einen Account anlegen und Ihre Rezension sowie Bilder hinterlassen, um anderen Menschen Ihre Erfahrung zu schildern. Zudem können Sie mit anderen User:innen im Nachrichtenforum chatten. In der Suchmaschine von „Happy Cow“ haben Sie die Möglichkeit, Ihre Stadt anzugeben, zu entscheiden, ob das Gericht vegan oder vegetarisch sein soll und wie groß der Radius Ihrer Suche werden soll. Auch die Art des Geschäfts kann gefiltert werden. Sie können entscheiden, ob es sich um ein Restaurant, eine Bäckerei uvm. handeln soll.

Happy Cow Suchergebnis

@HappyCow

Ihre Trefferliste besteht zum einen aus einer Anordnung von den Restaurants, die sich am nächsten befinden, sowie einer allgemeinen Preisklasse. Rechts davon befindet sich eine Karte, auf der diese Geschäfte markiert sind, sodass auch eine Wegbeschreibung vorhanden ist. „Happy Cow“ ist eine sehr bekannte App, die viele Funktionen bereitstellt. Jedoch wirkt die App aus diesem Grund auch teilweise etwas unübersichtlich. Die Vollversion der App kostet ca. 4 Euro. Jedoch kommt man als Nutzer:in auch ohne Vollversion gut zurecht.

Android: Vegane Restaurants & Veggie Food finden – HappyCow – Apps bei Google Play
IOS: ‎HappyCow Find Vegan Food im App Store (apple.com)

WWF Fischratgeber

WWF Logo Fisch

@WWF Fischratgeber

Der „WWF Fischratgeber“ ist seit 2009 als App und im Internet verfügbar. Die App ist schön aufbereitet und benutzerfreundlich. Bislang nutzten über eine Million Menschen den Fischratgeber. Auf der Startseite ist eine Auflistung der bekanntesten Fisch- bzw. Meerestierarten bildlich dargestellt. Der „WWF Fischratgeber“ nutzt das Ampelsystem. Falls sich unter einem Bild ein grüner Kreis befindet, wird der Kauf dieser Fischart von der WWF vertretbar. Bei einem gelben Kreis wäre es ratsam, darauf zu achten, ob der Fisch zertifiziert ist. Bei einem roten Kreis wird der Kauf abgeraten. Die Kriterien werden anhand dem Zustand der Fischbestände, der Umweltauswirkungen, sowie dem Management von Fischereien bewertet.

Oberfläche der Fischratgeber App

@WWF Fischratgeber App

Eine weitere tolle Funktion, die diese App zu bieten hat, ist, dass Nutzer:innen die Möglichkeit haben, sich über die jeweilige Fisch- bzw. Meerestierart zu informieren. Mit einem Klick auf das Tier erfahren Sie mehr über die biologischen Informationen, Bestandssituation, Auswirkungen auf das Ökosystem sowie zum Fang- und Zuchtmanagement. Auch über die dazugehörige Ampelfarbe wird etwas etwas genauer berichtet. Sie erfahren, auf welche Art das Tier geangelt wurde sowie im welchen Land. Außerdem verfügt der WWF Fischratgeber einen kleines Lexikon in dem alle „Fangarten“ aufgelistet und teilweise mit Skizzen versehen sind.  Auch ein FAQ und interessante Fakten sind vorhanden. Generell empfiehlt das WWF, Fisch als Delikatesse anzusehen.

Android: WWF-Fischratgeber – Apps bei Google Play
IOS: ‎WWF-Fischratgeber im App Store (apple.com)

ShareTheMeal

ShareTheMeal

@ShareTheMeal

Auch eine kleine Hilfe kann zu etwas Großen werden. „ShareTheMeal“ hat bereits 103 565 393  Mahlzeiten an hungernde Kinder aus ärmsten Verhältnissen spenden können. Es ist die weltweit erste App, die gegen den globalen Hunger ankämpft. Die App wurde von der größten gemeinnützigen Organisation World Food Programms (WFP) der Vereinten Nationen, welche 2020 den Friedensnobelpreis erhalten hat, auf die Beine gestellt. WFP wird komplett gemeinnützig finanziert, sodass jede Spende zählt. Spenden, welche über die „ShareTheMeal“-App erreicht werden, werden für vielfältige Zwecke verwendet: Für den Aufbau von Widerstandsfähigkeit über Schulernährungsprogramme bis hin zur Nahrungsmittelunterstützung in Notfallsituationen. Sie entscheiden für welches Projekt Sie spenden wollen!

SharteTheMeal-Ein Spendenprojekt

@ShareTheMeal

Die App wurde 2015 ins Leben gerufen und wirkte bereits den größten Hungerkrisen der Welt im Jemen, Nigeria und Syrien entgegen. Der „ShareTheMeal“-App ist es wichtig, transparent zu sein und zeigt daher stets, woran sie gerade arbeitet und wie der aktuelle Stand ist. Zudem ist es wichtig, mit möglichst geringem Aufwand das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Mit einer Spende von 0,70 Euro kann ein Kind für einen Tag mit Nahrung versorgt werden. Die Mitarbeiter:innen von WFP laden die gesammelten Geschichten und Bilder vor Ort auf der App hoch, sodass Spender:innen sehen können, was sie mit ihrer Spende erreicht haben. Die Gemeinschaften sollen zudem auch ohne Spenden in der Lage sein sich selbst zu versorgen – Nachhaltigkeit ist gefragt!

Android: ShareTheMeal: Spende für einen guten Zweck – Apps bei Google Play
IOS: ‎ShareTheMeal: spende & hilf im App Store (apple.com)

Regio-App

RegioApp Logo

@RegioApp

Die „Regio-App“ unterstützt die Menschen, die auf der Suche nach regionalen Lebensmitteln sind. Mit der Umkreissuche werden Ihnen Wochenmärkte, Gastronomie und Direktvermarkter aber auch Lebensmitteleinzelläden mit regionalen Produkten angezeigt. Es ist praktisch eine WinWin-Situation, da die Regionalhändler:innen mehr an Präsenz gewinnen und Sie Ihre Region stärken!  Ein weiterer Vorteil, die der Kauf regionaler Produkte mit sich bringt, ist die Schonung des Klimas durch kürzere Transportwege. Zudem erfahren Sie durch die App, woher das Fleisch der Metzger stammt und welche Tierhaltung genutzt wurde. Um es für Verbraucher:innen so bequem wie möglich zu machen, zeigt die „Regio-App“ automatisch an, ob die gesuchten Läden auch offen haben.

Die Regio-App

@RegioApp

Der Bedarf an regionalen Produkten steigt – und die „Regio-App“ mit. Die App startete 2013 über Mittelfranken und Bayern und hat sich mittlerweile bundesweit durchgesetzt und findet bei über 60 Initiativen Unterstützung.

Android: RegioApp – Apps bei Google Play
IOS: ‎RegioApp im App Store (apple.com)

NABU Siegel-Check

ABU Siegel Check Logo

@NABU Siegel-Check

Der „NABU Siegel-Check“ ist die erste App mit Fotoerkennung vom Lebensmitteln-Logos. Viele Menschen sind bei der Menge an Siegeln überfordert, sodass sie die Übersicht verloren haben und nachhaltiges Konsumieren dadurch deutlich erschwert wird. An diesem Punkt kommt der NABU Siegel-Check ins Spiel: er soll Chaos beseitigen und Transparenz ermöglichen! Nutzer:innen müssen im Laden den Barcode des gewünschten Produkts nur abfotografieren und erhalten sofort die Information, ob das Produkt ökologisch empfehlenswert ist oder nicht. Verbraucher:innen erfahren, um welches Siegel es sich handelt und welche Produkte gut für das Klima sind und der Umwelt wenig schaden.

Nabu Siegel-Check

@NABU Siegel-Check

 

Das Bewertungssystem besteht aus drei Farben (rot, gelb und grün). Grün steht klassisch für empfehlenswert. Mit der gelben Farbe möchte man signalisieren, dass das Produkt zwar gut ist, es dennoch bessere gibt. Rot bedeutet wie immer schlecht. In der App ist auch eine Liste, in der nachhaltige Siegels bzw. Logos gesammelt werden, über die man sich dann ausführlicher informieren kann. Derzeit umfasst die Sammlung über 50 Logos.

Android: NABU Siegel-Check – Apps bei Google Play
IOS: ‎NABU Siegel-Check im App Store (apple.com)

Fazit

Natürlich gibt es rund um das Thema „Nachhaltige Apps“ viele verschiedene Angebote. Nicht nur in Richtung ökologische Lebensmittel, sondern auch bei den Themen Reisen, Kleidung .uv.m. Auch zu den vorgestellten Apps gibt es einige Alternativen. Welche Apps Sie nutzen möchten, entscheiden Sie allein! Wir hoffen, dass Sie durch diesen Beitrag Inspiration und Motivation zum Thema nachhaltiger Lebensmittelkonsum gefunden haben.


Weitere Tipps:

Ökologische Apps – Wie Sie Ihre Mediennutzung umweltbewusst gestalten können


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