Facebook in die eigene Website einbinden: Das müssen Sie beachten

Der Facebook-Auftritt in der Website schafft Aufmerksamkeit. Beim Einbinden von Facebook-Buttons müssen Sie sich aber vor Datenschutzfallen in Acht nehmen.

So binden Sie Facebook in Ihre Website ein

Warum gibt es ein Problem, wenn ich mein Facebook-Profil oder Facebook-Buttons in meine Website einbinde?

Prinzipiell ist das Vernetzen Ihrer Seite mit Ihrem Facebook-Auftritt keine schlechte Idee, allerdings kommt es darauf an, in welcher Form Sie das tun.

Facebook selbst bietet dazu spezielle Plug-Ins an. Die Plug-Ins ermöglichen Ihnen, Inhalte von Facebook ganz einfach per automatisch generiertem Code in Ihre Website einzubinden. So können Sie Ihre Facebook-Seite innerhalb Ihres Internetauftritts ausgeben und Besucher können direkt aus Ihrer Website heraus Ihr Facebook-Profil liken. Neben der Einbettung des Facebook-Profils können Sie außerdem den „Gefällt mir“ – Button oder Funktionen wie „Beitrag teilen“ und vieles mehr einbauen.

Halten Sie sich jedoch vor Augen, dass Facebook ein Konzern mit Eigeninteressen ist. Die von der Firma kostenlos bereitgestellten Plugins sehen zwar ansprechend aus, speichern aber die Daten Ihrer Website-Besucher. Daten werden auch dann von Facebook gesammelt, wenn die Nutzer Ihres Internetauftritts gar keinen Facebook-Account haben. Zudem werden die User Ihrer Seite auch nirgendwo über die Speicherung und Weitergabe Ihrer Daten informiert.

Um es kurz zu machen: Die Verwendung eines Facebook-Plug-Ins auf Ihrer Website kann zu einer Abmahnung wegen unbefugter Datensammlung führen. Auch dann, wenn Sie die gesammelten Daten gar nicht selbst verwenden!

Doch es gibt auch rechtlich unbedenkliche Alternativen, mit denen Sie Facebook auf Ihrer Website einbinden können. Trotzdem gilt für jede Variante: Wenn Sie einen Link zu Facebook auf Ihrer Seite einbinden, müssen Sie in Ihrer Datenschutzerklärung auf die Datennutzung von Facebook hinweisen. Ihr Text könnte zum Beispiel ungefähr so aufgebaut sein:

Datenschutzerklärung für die Nutzung von Facebook Social Plugins

ieses Angebot verwendet Social Plugins („Plugins“) des sozialen Netzwerkes facebook.com, welches von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA betrieben wird („Facebook“). Die Plugins sind an einem der Facebook Logos erkennbar (weißes „f“ auf blauer Kachel, den Begriffen „Like“, „Gefällt mir“ oder einem „Daumen hoch“-Zeichen) oder sind mit dem Zusatz „Facebook Social Plugin“ gekennzeichnet. Wenn ein Nutzer eine Webseite dieses Angebots aufruft, die ein solches Plugin enthält, baut sein Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Facebook auf …

Detaillierte Datenschutzerklärungen können Sie sich auch auf e-recht 24 erstellen lassen.

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Die rechtlich unbedenklichen Varianten

Variante 1: Binden Sie das Facebook-Logo auf Ihrer Seite ein

Bauen Sie das Facebook-Logo in Ihre Website ein und verlinken Sie das icon-Bild entsprechend. Wenn Sie das Logo nicht zweckentfremden oder gestalterisch verändern, verletzen Sie hier kein Markenrecht. Durch die Verlinkung des Banners können keine Daten über das Plug-In ausgelesen werden. Das entsprechende Facebook-Logo für Ihre Website finden Sie hier.

Und so kann das Logo in der Website aussehen:

Über ein Facebook-Banner auf der Website mit Verlinkung kann über das Facebook-Plugin keine Daten mehr ausgelesen werden.

Der Internetauftritt des Ökumenischen Medienladens mit Facebook-Banner in der rechten Spalte

Variante 2: Verlinken Sie im Text auf Ihre Facebook Seite

Diese Variation gibt Ihnen die Möglichkeit, all Ihre Social Media Auftritte übersichtlich aufzulisten. Schreiben Sie einen kurzen Text zu Ihren einzelnen Auftritten und verraten Sie Besuchern Ihrer Website, warum Sie sich auch Ihren Facebook-, Twitter- oder Instagram-Account ansehen sollten.

Hier ein Beispiel:

Das Facebook-Profil wurde über Text- und Bild-Link in die Website eingebunden. Dadurch können keine Daten der Website-Besucher von Facebook ausgelesen werden und man ist rechtlich auf der sicheren Seite

Auf dieser Website wurde im Text und im Logo auf den Facebook-Auftritt verlinkt (Beispiel von www.elk-wue.de)

Variante 3: Fügen Sie einen verlinkten Screenshot Ihrer Facebook-Seite ein

Um Ihren Website-Besuchern einen ersten Eindruck Ihrer Seite zu geben, können Sie Ihre Facebook-Seite sozusagen nachbauen, verlinken und dann auf Ihrer Website einfügen. Dies ist gestalterisch sehr ansprechend. Facebook liefert dafür kostenlose Folien, in die Sie Ihre Inhalte selbst einfügen können. Allerdings benötigen Sie hierzu Photoshop, da sich die bereitgestellte Schablone nur in diesem Programm öffnen lässt. Die entsprechenden Folien finden Sie hier.

Hier ein Beispiel für die Vorlage:

dieses-element-koennen-sie-selbst-einbauen

Vorlage zum Einbinden Ihres Facebook-Auftritts

Fazit:

Die Facebook-Plug-Ins sind zwar schick und auch schnell in die eigene Website integriert, aber wenn Sie keine Abmahnung riskieren wollen: Setzen Sie lieber rechtlich unbedenkliche Links.


Quellen und weitere Infos:

erecht24: Neues Urteil: Facebooks Like-Button auf Webseiten kann abgemahnt werden

allfacebook.de: Facebook-Guidelines zur Nutzung des Logos

Facebook-Logos zum Einbinden in Ihre Website


Damit sich die Verlinkung zu Ihrer Facebook-Seite auch lohnt, haben wir hier einige Tipps für eine gute Social Media Präsenz zusammengestellt:

5 Tipps für Ihre erfolgreiche Präsenz in Sozialen Netzwerken

 

 


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