Auf digitalem Entzug: Auszeit vom Smartphone

Ihr Smartphone bestimmt Ihren Alltag? Mit „Digital Detox“ und ein paar einfachen Tricks können Sie mediale Stressfaktoren reduzieren.

Den Alltag weniger digital gestalten: Das geht mit Digital Detox und Verzicht vom Smartphone

Smartphones sind nützlich – keine Frage. Aber sie sollten nicht unseren Alltag bestimmen oder uns stressen. 3 Tipps für kleine digitale Auszeiten

Vom Gottesdienst über Wartezimmer im Krankenhaus oder beim Arzt bis hin zu kulturellen Vorführungen wie Theater oder Kino – jeder von uns kennt die Telefonat-Tabu-Zonen unserer Gesellschaft oder wird über Hinweisschilder daran erinnert. Manche findens nervig, ich finde es sehr gut!

Bewusst verzichten für mehr Selbstbestimmtheit

Denn mir persönlich reicht die Lärmbelästigung in öffentlichen Verkehrsmitteln und an anderen öffentlichen Orten aus – was meine Ohren schon an schrecklichsten Klingeltönen oder komisch-verrückten Gesprächsthemen mit anhören mussten …! Wenn ich auch die Klingeltöne und deren Lautstärke nicht ändern kann, stelle ich wenigstens mein Handy auf lautlos und vermeide Telefonate in der Öffentlichkeit. Aber diesen bewussten Verzicht kann man zu einem richtigen Entzug ausdehnen, womit wir beim Thema „Digital Detox“ sind.

Hier ein paar Anti-Tipps für (weniger) Stress bei der privaten Kommunikation über  Smartphone und Mails.

„Ich bin doch nicht Smartphone-süchtig!“ – der erste Schritt zur Verbesserung ist die Erkenntnis

Auf der Couch während dem Fernsehen surfen wir im Internet, auf dem Klo checken wir die neusten Nachrichten, lassen andere an unserm Tag teilhaben, indem wir z. B. unser Essen, den Fitnessbesuch oder den Städtetrip fotografieren und posten – und abends im Bett vor dem Schlafengehen noch mal auf Facebook gucken. Ist doch ganz normal oder? Denn kennen wir nicht alle das FOMO-Phänomen  (FOMO= fear of missing out), die Angst eine wichtige Info zu verpassen? Aber was, wenn wir dadurch verpassen, die kostbaren Momente  zu genießen, weil uns diese durch die Informationssucht oder Nachrichtenflut kaputt gemacht werden? Vielleicht lohnt es sich, die Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen.

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Wann und wo nutze ich mein Smartphone und tut mir das gut? Wie oft checke ich Nachrichten? Habe ich mein Phone bei Verabredungen vielleicht sogar prominent auf dem Tisch liegen und lasse mich durch jedes Aufleuchten oder Klingeln aus einer guten Konversation bringen oder erst gar keine zustande kommen?
Wenn mir gar nicht mehr auffällt, wie viel Zeit ich mit meinem Smartphone wirklich verbringe, helfen Apps wie „Menthal“ oder „Offtime“.

Die Herausforderung: Weniger ist mehr!

Die Nutzungsdauer am Smartphone zu reduzieren ist gar nicht so einfach –  also fangen Sie klein an.

  1. Nehmen Sie sich bewusst vor, während Mahlzeiten und eine Stunde vor dem Schlafen das Smartphone auszuschalten. Benutzen Sie einfach wieder einen analogen Wecker, um ohne Smartphone in den Tag zu starten.
  2. Lassen Sie Ihr Smartphone während einer Verabredung in der Tasche oder mal für einen Tag daheim.
  3. Setzen Sie Ihr Smartphone in den Ruhemodus oder Flugmodus (damit der Absender nicht sehen kann, falls Sie eine Nachricht gelesen haben) so oft es geht, damit Sie bestimmen, wann Sie Nachrichten lesen oder entgangene Anrufe zurückrufen – und machen Sie das bitte nicht in der Mittagspause!

Die Grundregel: Bewahren Sie sich Ihre Kommunikationshoheit anstatt sich stressen zu lassen!

Ganz wichtig ist sich klar zu machen: Nur weil sie eine Nachricht gelesen haben, müssen sie nicht gleich antworten! Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun. Antworten Sie dann, wenn sie antworten möchten und wirklich auch können.


Was ist Medienpädagogik? Und wozu ist das gut?

Lena König

Lena König ist Expertin im Bereich e-Learning und berät zu Themen außerschulischer oder medialer Bildungsarbeit.

Lena König

2 Kommentare zu Auf digitalem Entzug: Auszeit vom Smartphone

  1. Neulich gelesen: Freunde, die sich treffen, legen alle Handys/Smartphones in die Mitte des Tisches. Und wer zuerst danach greift, zahlt die nächste Runde Getränke.
    – Manchmal brauchts ein wenig *Motivation*, Gewohnheiten zu ändern.

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