Internet und Kirche: Barcamp 2015 in Essen

Unseren Daten im Netz und biblische Geschichten per Whatsapp erzählt: darum und mehr ging es auf dem Barcamp „Kirche online“.

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Das Barcamp „Kirche online“ fand vom 18. bis 20. September 2015 in Essen statt. Das Highlight: ein Twittergottesdienst

Barcamp, was ist das?

Ein Barcamp ist eine offene Tagung, auf der die Teilnehmer die Themen und Vorträge an dem jeweiligen Tag selbst bestimmen. Jeder Teilnehmer kann dabei eine sogenannte Session halten.

 

Kirche und Internet?

Das Barcamp „Kirche online“ fand vom 18. bis 20. September in Essen statt.

Wie bei dem Motto „Kirche online“ zu erwarten, gab es vielfältige Themen rund ums Netz auf dem Barcamp: digitale Sicherheit, biblische Geschichten erzählen via Pageflow und Whatsapp, Website-Aufbau mit dem Gemeindebaukasten und vieles mehr.

Biblische Geschichten digital erzählt

Digitale Medien, das Internet und die sozialen Netzwerke bieten viele Möglichkeiten, biblische Geschichten und christliche Feiertage multimedial zu erzählen und zu vermitteln.

Über Podcasts und Audioaufnahmen in der Gemeinde, die Zielgruppen und Möglichkeiten wurde in dieser Session berichtet.

Mit dem Online-Reportage-Tool Pageflow wurde bereits die Weihnachtsgeschichte in Bild, Text, Ton und Film erzählt. Eine Session auf dem Barcamp „Kirche online“ zeigte anhand fremdling.eu auf, welche Chancen und Grenzen dieses Tool für digitales Storytelling hat.

Das Bistum Essen erzählte dieses Jahr die Ostergeschichte per Whatsapp. Tausende Abonennten, auch kirchenferne, liesen sich in Echtzeit die Geschehnisse von Palmsonntag bis Ostersonntag auf ihr Smartphone schicken. In dieser Session wurde von Erfolgen und technischen Tücken berichtet.

 

Unsere Daten im Netz

Dabei ist Whatsapp in Bezug auf Datenschutz durchaus kritisch zu sehen – was auf andere große Anbieter wie Google ebenso zutrifft. Auch wenn die Angebote oder Apps meist kostenlos sind –der Nutzer zahlt mit seinen Daten. So wurde in der Session „Digitale Souveränität“ von einer Taschenlampen-App berichtet, die ungefragt auf sämtliche Daten des Telefons zugreift.

Das wird mehr oder weniger billigend in Kauf genommen, da für viele der Komfort-Aspekt im Vordergrund steht oder es zu wenig Bewusstsein dafür gibt, was mit unseren Daten passiert – trotz der Snowden-Veröffentlichungen.

Mit dem Thema Datensicherheit befasst sich die Session CMS Security. Dass die beliebtesten Passwörter immer noch „1234“ und „passwort“ sind, machte klar, dass das Thema Sicherheit im Netz noch lange nicht auserzählt ist. Den Stream zur Session gibt es hier und hier.

Kirchliche Websites und Social Media

Eine Website ist die Visitenkarte im Netz – und die sollte Eindruck machen. Dabei ist aller Anfang nicht leicht.

Wie sich Gemeinden eine Website aufbauen können, ohne Programmierkenntnisse zu benötigen, wurde in der Session „Gemeindebaukasten“ erläutert. Die Baukastensysteme von www.gemeindebaukasten.de und www.homepagebaukasten-ekvw.de, die westfälische Variante, stellen dabei eine Möglichkeit dar. (Mitschrift zur Session)

Aber wie eine neue Website aufbauen und pflegen? Welche Inhalte sind erfolgsversprechend? Darüber wurde in der Session „Erste Schritte mit der Website“ (Präsentation als PDF downloaden) diskutiert. Aktualität spielt eine wichtige Rolle, wobei Termindatenbanken helfen können.

Ob und wie sich Gemeinden in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter präsentieren können und sollen, war Gegenstand der Session „Gemeinde goes SocialMedia“. Bei aller Kritik und Sorge in Hinblick auf soziale Netzwerke, stand folgendes Zitat des Social-Media-Beauftragten des Vatikans im Raum: „Hört auf von Neuen Medien zu sprechen! / Wir sollten dafür da sein, SocMed eine gute Seele zu geben, dort als Christen unterwegs sein und Gutes verbreiten.“ Die Mitschrift zur Session gibt es hier. Zum Thema Social Media und Recht gab es ebenfalls eine Session.

Noch nicht alle Barcamp-Teilnehmer waren mit sozialen Netzwerken wie beispielsweise Twitter vertraut. Dem konnte an dem Wochenende Abhilfe geschaffen werden.

Ob eine eigene Website, ein Facebook-Auftritt oder ein Twitter-Account: Bei allen Maßnahmen ist es wichtig, dass sich eine Position hinter dem Angebot widerspiegelt. Was Identität und Positionierung bedeuten, zeigte diese Session.

Internet für Flüchtlinge und ein Twittergottesdienst

Das zurzeit allgegenwärtige Thema Flüchtlinge kam auf mehreren Ebenen zur Sprache:

Flüchtlinge benötigen nicht nur Unterkunft und Kleidung, sondern auch Internet, um mit den Verwandten und Freunden in der Heimat Kontakt zu halten. Eine Möglichkeit dafür bietet Freifunk:

Ein Highlight des Barcamps war der Twittergottesdienst am samstagabend. Unter dem Hashtag #twigo konnten auch physisch nicht Anwesende am Gottesdienst teilnehmen und ihre Erfahrungen mit Migration und ihre Fürbitten mitteilen. Die Tweets wurde im Gottesdienst immer wieder miteinbezogen. Der Tenor: #refugeeswelcome

Barcamp „Kirche online“ 2016

Mit den vielen neuen Eindrücken ging es nach dem Wochenende zurück. Und man kann sich schon auf nächstes Jahr freuen. Der Termin das Barcamp 2016 steht fest, dann in Köln.

Nadja Golitschek

Hallo, ich bin Online-Redakteurin im Evangelischen Medienhaus in Stuttgart. Hier schreibe ich rund um die Themen Internet, digitale Medien und gelungenes Präsentieren.

Nadja Golitschek

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